Turnverein von 28 sportbegeisterten jungen Männern im Sommer 1919 gegründet.

 

Kapellen hatte damals 2.000 Einwohner, keine Industrie, aber viel Landwirtschaft. Das Dorf bestand aus drei Ortsteilen: außer Kapellen noch Holderberg und Vennikel. In diesen beiden Ortsteilen bestanden bereits Turnvereine.

Der Anfang war schwer: kein Geld, keine Turngeräte, keinen Sportplatz, keine Turnhalle.

Mühsam mit viel Idealismus und Einsatz, mussten so nach und nach die Voraussetzungen für einen geregelten, ordentlichen Turn- und lige Nationalspieler und in Rheurdt wohnende Nils Lehmann und der Bundesliga erfahrene Jens Sieberger.

 

Insbesondere mit diesen beiden hatte Aldekerk seine liebe Mühe und Not. An Lehmann war in der Abwehr fast kein Vorbeikommen und Sieberger führte äußerst geschickt Regie. Nach hartem Kampf wurden die Gäste dann letztlich mit 31:28 bezwungen. Nun stand die Partie beim neuen Tabellenzweiten SG Solingen HC II an und zusätzlich mit dem Dänen Ronny Rogawska, Co-Trainer bei der HSG Düsseldorf, kam eine weitere Verstärkung auf Seiten der Kapellener hinzu. Die Oberbergischen wurden regelrecht vorgeführt und erst in den letzten zehn Minuten der Partie ließen die Kapellener etwas nach, so dass das Spiel „nur“ mit 32:24 gewonnen werden konnte.

Die Kontrahenten spielten mit – sie verloren ihre Spiele -, so reichte dem TVK am letzten Spieltag ein Sieg gegen die ebenfalls stark abstiegsgefährdete SG Dülken. Vor ausverkauftem Haus kämpfte die Mannschaft um die drei Neuzugänge wie die Löwen, der eine oder andere wuchs über sich hinaus und Dülken wurde mit 38:25 deklas- Sportbetrieb geschaffen werden.

 

Neue Mitglieder kamen hinzu. Mitgliedsbeiträge und Spenden mehrten sich. Allmählich „mauserte“ sich der TVK und entwickelte sich zu einem starken Gegner in sportlichen Wettkämpfen. Besonderen Auftrieb erhielt der TVK durch eine damals ganz neue Sportart – Handball. Das war im Jahre 1923. Seit diesem Jahr gehörten wir immer schon mit zu den stärksten Mannschaften in der jeweiligen Spielklasse. 1929 war 10-jähriges Stiftungsfest, 1930 war Fahnenweihe. Kurz zuvor hatte die Gemeinde dem Verein ein Sportplatzgelände am Silbersee zur Verfügung gestellt. Dort sind bis 1950 viele Wettkämpfe ausgetragen worden; dort ist es bei vielen Handballspielen vor großen Zuschauerkulissen heiß hergegangen und dort wurde der Ruf Kapellen als „Handballdorf am Niederrhein“ begründet.

 

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges kam 1939 das sportliche Leben in Kapellen zum Erliegen. Zwar gab es immer noch eine Jugendabteilung, die Senioren aber waren zum größten Teil zur Wehrmacht eingezogen.
Kurz nach Kriegsende konnte das Turn- und Sportleben im TVK wieder anlaufen. Eine große Anzahl von Turnbrüdern (25) waren nicht mehr dabei. Sie waren gefallen oder vermisst.

Hauptsächlich ausgerichtet war die Vereinsarbeit zunächst auf Leichtathletik und Handball. Unter Willi Appenzeller wurde über Jahre systematisch Aufbauarbeit betrieben. Aus der Kreisklasse stieg die erste Mannschaft in schneller Folge in die Bezirksklasse, kam im
„Durchmarsch“ gleich in die Gauklasse und aus dieser nach mehreren Anläufen 1956 in die Handball-Oberliga, damals die höchste deutsche Handballklasse. Ein großer Erfolg für unseren Turnverein mit seinen in jenen Jahren ca. 200 Mitgliedern und für unser beschauliches Dorf mit seinen ca. 3.000 Einwohnern.

Wesentlich hatte hierzu auch der neue Sportplatz am Baggerloch beigetragen, heute zwischen Firma Peters und Freizeitgelände gelegen, den unser Mitglied Dr. Wirichs, Schloß Lauersfort, zur Verfügung gestellt hatte. Er war in „Eigenhilfe“ von den Mitgliedern des Vereins und mit der starken Unterstützung von Wilhelm Tiefenbach, Hermann Hogeforster und Wilhelm Wiemann ausgebaut und seit 1950 bespielt worden.

1957 wurde eine Fußball-Abteilung gegründet. Sie entstand zwangs-läufig durch den Zuzug junger Bergleute in die in Kapellen neu entstandene NBAG - Siedlung.
Durch deren Beitritt stieg die Mitgliederzahl des TV-Kapellen vorübergehend auf ca. 1.600 an. 1973 hat sich die Fußballabteilung dann als Verein selbständig gemacht. Bekannte und verdiente „Funktionäre“ dieser Abteilung waren damals Lutz Becker, Franz Sellge, Rolf Ohnesorge, Paul Wessels, Herbert Scholz, Josef Schmitz.


Neben diesen Ballspielen und der Leichathletik wird im TVK in seiner stärksten Abteilung, der Turnabteilung, aber auch kräftig geturnt, Gymnastik betrieben, getanzt und gesungen. Alles gut aufeinander abgestimmt, nicht zu viel, nicht zu wenig, von Frauen und Männern, von Jugendlichen und Kindern. Und wer einmal an einer Turnstunde unserer Jüngsten teilgenommen hat, muss einfach „Ja“ zum Turnen sagen.

In den Jahren seit 1959 stieg die Einwohnerzahl Kapellens stetig bis auf ca. 10.000 in 1979. Ähnlich verhielt es sich mit den Mitgliederzahlen unseres Vereins.

1919 28 Mitglieder
1929 130 Mitglieder
1949 250 Mitglieder
1959 400 Mitglieder
1969 1130 Mitglieder
1979 1200 Mitglieder
2009 1100 Mitglieder

Jeder zehnte Einwohner des Ortsteils Kapellen (ca. 11000 Einwohner) in der Großstadt Moers (109.000 Einwohner) ist damit Mitglied des TVK. Und ein großer Teil weiterer Einwohner ist Mitglied in den anderen Sportvereinen (Schützen, Tennis, Fußballer, TV Vennikel, DLRG) von Kapellen. Das bedeutet, dass in unserem 1.200 Jahre alten ehemaligen Dorf Kapellen eine dem Sport gegenüber aufgeschlossene Be-völkerung lebt.

Am 15.11.1965 wurde die Tennis-Abteilung gegründet. 1968 konnten nach umfangreichen Vorarbeiten des Arbeitsausschusses, dem
u. a. Heinz Bones, Gerhard Vetter, Dr. Töns, Bernhard Abel, angehörten, zwei Tennisplätze durch den Vereinsvorsitzenden Alfred Jentsch für den Spielbetrieb freigegeben werden.

Der „weiße Sport“ hatte in Kapellen Fuß gefasst. Damals, 1965, war die Abteilung 100 Mitglieder stark, und heute ist die Abteilung ein eigenständiger Verein, mit 450 Mitgliedern und trägt den Namen Kapellener Tennisclub (KTC).

Seit 1967 haben viele Frauen und Männer durch ihren Einsatz in der Schwimmabteilung einen wichtigen Anteil an der Entwicklung Sport-Schwimmlandschaft in Kapellen. Es sind hier insbesondere Frau Martha Engfeld, die Eheleute Kreibich, die Eheleute Henning und nicht zuletzt Magdalene van Huet und ihre Schwester Frau Martha Florack, sowie der ehemalige Abteilungsleiter Albert van Huet, die die Entwicklung der Schwimmabteilung vorangetrieben haben.

Die Ski- und Wanderabteilung
zeichnet sich ebenfalls durch große Aktivitäten aus.
Zum umfangreichen Sportprogramm dieser Abteilung gehört nicht nur das Wandern und Radfahren, sondern auch die Skigymnastik. Die Ski- und Wanderabteilung arbeitet ganz eng mit dem Bereich Sportabzeichen zusammen, der in den letzten Jahren einen erfreulichen Zuwachs von Teilnehmern verzeichnen konnte. In diesem Bereich sind sehr aktiv die Familie Bodin sowie Heidrun Ketterer.

Auch die Volleyballer, die 1980 aus dem Hobbybereich heraus gewachsen waren, konnten durch den Wechsel von Dieter Risch an die Abteilungsführung, an Meisterschaftsspielen teilnehmen.
Ziel der Volleyballabteilung ist es, künftig mit einem von der Größe her stabilen Spielerkader an die Vergangenheit anzuknüpfen, um mit einer vertretbaren Größenordnung den Spielbetrieb zu sichern. Hier ist ganz wesentlich Herr Kapturek und Herr Schmitz bestrebt, das Ziel zu erreichen.

Als neueste sportliche Aktivität besteht seit dem 10. Oktober 2008 die Abteilung Kampf-Kunst. In dieser neuen Abteilung werden zwei Kampfsportarten gelehrt. Zum einen das traditionelle Shotokan Karate und zum anderen das Wushu, eine neue Stilrichtung des Kung Fu. Die Leiter der Kampfsportarten sind Sascha Hagenschneider und K.-Dietmar Halbach, der insbesondere die neue Stilrichtung Wushu lehrt.

Der Verein entwickelt sich also immer weiter, passt sich den Wünschen seiner Mitglieder an, soweit das möglich ist und bietet mit seinen Abteilungen Handball, Schwimmen, Kampf-Kunst, Turnen, Volleyball, Wandern und Skilaufen und Sportabzeichen, vielfältig und fast für jeden Geschmack Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung. Hiervon machen besonders zahlreich und mit viel Begeisterun, unsere 500 Jugendlichen und davon 200 Kinder Gebrauch.

 

Die außerordentliche Mitgliederversammlung des FSV hat am 11. Januar 2013 beschlossen, dass der Verein FSV Kapellen zum 30. Juni 2013 aufgelöst und der künftige Fußball-Spielbetrieb über den TV Kapellen abgewickelt wird. Somit hat der TV Kapellen  nach der Ausgliederung Anfang der 70iger Jahre wieder eine Fußballabteilung. Trotzdem kann der FSV Kapellen noch das Vereins-Jubiläum von 40 Jahren in 2013 (1973 – 2013) zu feiern, so dass dieses Ereignis im Zusammenhang mit der Überführung zum TV Kapellen fallen wird.

 

Die Vorstände beider Vereine haben nach nunmehr 3 Jahren der Kooperation ihre Planung in die tat umsetzen können, dass jetzt ein Großverein die künftigen Geschicke aller Abteilung